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Planung & Normen von Arbeitsstätten in Innenräumen

Die EN 12464-1 nennt die wesentlichen Gütekriterien für eine geeignete und angemessene
Beleuchtung von Sehaufgaben. Alle Kriterien sind in der Norm festgehalten. In Tabellen sind
die Grenzwerte für den Beleuchtungsstärkewert (Wartungswert) und die Farbwiedergabe
festgelegt.

Download:
Vorgaben Beleuchtungsstärken für Arbeitsstätten (Auszug)



Bereich der Sehaufgabe
Die EN 12464 beschreibt den Bereich der Sehaufgabe als Bereich in dem die Beleuchtungsstärke
zur Erfüllung der Sehaufgabe zu gewährleisten ist. Der Bereich der Sehaufgabe kann horizontal,
vertikal oder geneigt sein



Arbeitsbereich
Der Arbeitsbereich ist jener Bereich in dem der "Bereich der Sehaufgabe" liegen kann. Da der genaue
Ort der Sehaufgabe oft nicht exakt fixiert werden kann, wird der Bereich herangezogen, in welchem
die Sehaufgabe liegen kann. In diesem Arbeitsbereich sind die geforderten Beleuchtungsstärken
einzuhalten.



Umgebungsbereich
In diesem, den "Bereich der Sehaufgabe" umgebenden Teil kann die Beleuchtungsstärke
niedriger sein.



Wartungsfaktor
Der Wartungswert der Beleuchtungsstärke ist der Minimalwert unter den die Beleuchtungsstärke
im Bereich der Sehaufgabe nicht absinken darf. Der Neuwert der Beleuchtungsstärke liegt um
den Wartungsfaktor höher. Die Beleuchtungsanlage soll mit einem alle Einflüsse berücksichtigenden
Wartungsfaktor geplant werden. Der Wartungsfaktor hängt von verschiedenen Kriterien ab und
errechnet sich wie folgt:

Wartungsfaktor (MF=maintenance factor) =  LLMF x LSF x LMF x RMF

LLMF = Lampenlichtstromwartungsfaktor
LSF= Lampenlebensdauerfaktor
LMF = Leuchtenwartungsfaktor
RMF = Raumwartungsfaktor

Ist eine spezifische Planung aufgrund fehlender Daten nicht möglich, sollten folgende Referenzwerte
herangezogen werden. Übliche Räume MF = 0,67, stärker verschmutzende Räume MF = 0,5.
Diese Werte basieren auf einem 3 jährigen Wartungsintervall und Einsatz hochwertiger
Lampensysteme.



Abschirmwinkel
Da zu helle Lichtquellen im Gesichtsfeld Blendung hervorrufen können, sind die Lampen in
geeigneter Weise abzuschirmen. Für offene Leuchten oder Leuchten mit klarer Abdeckung,
ist der Abschirmwinkel definiert als der Winkel zwischen der horizontalen Ebene und der
Blickrichtung, unter der die leuchtenden Teile (Lampen) in der Leuchte gerade sichtbar
werden. Die Mindestabschirmwinkel müssen in allen Betrachtungsrichtungen eingehalten
werden.

Mindesabschirmwinkel bei festgelegten Lampenleuchtdichten

Lampenleuchtdichte [kcd/m²]   Mindestabschirmwinkel
     
20 bis < 50 z.B. Leuchtstofflampen 15°
50 bis < 500 z.B. HID mattiert 20°
über 500 z.B. HID klar 30°

 



Leuchtdichteverteilung und Reflexionsgrade
Um eine angenehme Leuchtdichteverteilung zu erreichen, sollten die Reflexionsgrade im
folgenden Bereich liegen.

Decken 0,6 bis 0,9
Wände 0,3 bis 0,8
Arbeitsflächen        0,2 bis 0,6
Boden 0,1 bis 0,5

 



Lichtfarbe und Farbwiedergabe
Die Auswahl der Lichtfarbe ist eine Frage der Psychologie, der Ästhetik und dessen, was als
"natürlich" angesehen wird. Die Wahl hängt vom Beleuchtungsstärkeniveau, den Farben des
Raumes, Einrichtung, vom Klima der Umgebung und dem Anwendungsfall ab.

Lichtfarben von Lampen:

Lichtfarbe   Farbtemperaturbereich
     
warmweiß ww unter 3.300 K
neutralweiß nw 3.300 K bis 5.300 K
kaltweiß    kw     über 5.300 K

 



Herstellerneutrale Farbkennzeichnung von Lampen
Die 1. Ziffer kennzeichnet die Farbwiedergabe, die 2. und 3. Ziffer kennzeichnet die
Lichtfarbe über die Farbtemperatur in K (Kelvin)

1. Ziffer
  RA-Bereich    
   2. + 3. Ziffer    Farbtemperatur
       
9 90 - 100 27 2.700 K
8 80 - 89 30 3.000 K
7 70 - 79 40 4.000 K
6 60 - 69 50 5.000 K
5 50 - 59 60 6.000 K
4 40 - 49 65 6.500 K

 



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